Das Stück beginnt beinahe leichtherzig, der Familienzwist hat etwas Rituelles, es ist ohnehin eine blutige Zeit. Doch dann stirbt die Jugend der beiden Familien in Stellvertreterkämpfen, die Gewalt bricht sich Bahn. Romeo und Julia begegnen sich, verfallen einander auf der Stelle und begründen eine Parallelwelt. Wer hätte nicht, in tausend Inszenierungen, noch bis zuletzt gehofft, dass die Hochzeit auffliegt und sich die beiden Familien darüber versöhnen, dass die Nachricht Romeo rechtzeitig erreicht und das Missverständnis aufgeklärt wird.
Der Mythos ist Trost für das fehlende Happy End. "Alle wahren Liebesgeschichten enden mit dem Tod", soll Hemingway gesagt haben. Als hätte die Unbedingtheit ihrer kurzen Liebe eine längere Geschichte ertragen. Als hätten Julia und Romeo gewusst, dass sie für ihren Tod die Unsterblichkeit bekommen. Dagegen kommen menschliche Pläne nicht an. Familie, Kirche und Politik, die übermächtigen Institutionen der Menschen, kapitulieren vor zwei liebenden Kindern.
immer Di - Sa 21.30 Uhr
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