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AMPHITRYON

Langezeit führte AMPHITRYON als vermeintlich bloße Übersetzung des Erfolgsstückes von Molière ein Nischendasein in der Wahrnehmung des kleistschen Gesamtwerkes.
Dabei hatte bereits der zeitgenössische Herausgeber Adam Müller zu Recht erkannt: „Eigenthümlich und im edelsten Sinne des Werks original ist diese Bearbeitung des
Molière.“ Den Stoff lieferte eine Randnotiz der griechischen Mythologie: die Zeugungsgeschichte des Herakles. Begeistert von der Schönheit der Alkmene beschließt Zeus, sie
in Gestalt ihres Mannes Amphitryon zu besuchen. Die getäuschte Alkmene erlebt mit dem falschen Ehemann eine unvergessliche Liebesnacht. Der echte Amphitryon, als
Sieger aus der Schlacht heimgekehrt, erfährt seine größte Niederlage im Privaten: Ein anderer raubt ihm seine Identität. Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn
selbst das Ich abhanden kommt? Vom titelgebenden Helden lenkt Kleist den Fokus auf Alkmene und lässt sie auf die Frage nach dem Ich mit dem berühmtesten „Ach!“ der
Literaturgeschichte antworten: drei Buchstaben, die die Komödie ins Schleudern bringen.

Beginn: 07. Oktober 2010, 19:30 Uhr
Orte: Maxim-Gorki-Theater

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