Theaterfest mit szenischen Miniaturen
Immer wollen alle nach Hause, aber keiner weiß mehr wo das ist. Die alte BRD, wo der Alkohol noch Probleme löste, wo es an der Raststätte noch Filterkaffee gab, wo zwischen Grundgesetz, Armaturenbrett und Vorgartenverordnung der Sozialismus diskutiert wurde, ist genauso zum klebrigen Utopiaklischee geworden wie das „Zusammengehörigkeitsgefühl“, der Schnaps und die Mitropanachmittage in der DDR.
Das Eröffnungsfest am Maxim Gorki Theater startet mit einer Bundesgartenschau von Texten der politischen Landschaft Deutschlands. Die Farben, in denen wir uns 1990 die Blüten träumten, waren die Farben einer Welt, die wir gerade verlassen hatten. Wohin eigentlich?
Rolf Dieter Brinkmann KEINER WEISS MEHR
Mit: Peter Kurth
Die soziale Landschaft der BRD aus der radikal subjektiven Perspektive Brinkmanns: Gemeinsam einsam im freien Fall durch die sexualisierte Oberfl äche eines lächelnden Alltags.
18:00 Uhr, Bühne
Heinrich Böll DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM
Mit: Hilke Altefrohne, Susanne Böwe; Faliou Seck, Gunnar Teuber
Leitung: Peter Kastenmüller
Wie viele Worte braucht es, um einen Menschen zum Äußersten zu treiben? Mit seiner 1974 erschienenen Erzählung protestierte Heinrich Böll gegen die Macht des menschenverachtenden Sensationsjournalismus und setzte damit Sprache gegen Sprache, Fiktion gegen Fiktion.
18:00 Uhr, Parkplatz
Fritz Kater
KEINER WEISS MEHR 2 ODER MARTIN KIPPENBERGER IST NICHT TOT
Mit: Ninja Stangenberg und Matti Krause. Leitung: Antú Romero Nunes „schon möglich sagte ich und dachte ganz würden wir nie zueinanderpassen aber man müsste das immer wieder versuchen“. Ein Mann und eine Frau machen sich auf den Weg. Ein Road-Drama über die (Un)Möglichkeit des Zusammenseins, nach Motiven von Rolf Dieter Brinkmanns Roman „Keiner weiß mehr“.
19:30 Uhr, Bühne
Ingeborg Bachmann ALLES
Mit: Anja Schneider und Wilhelm Eilers. Leitung: Felicitas Brucker
Ein Mensch ist geboren. Alles beginnt mit ihm, alles soll anders werden. Doch aus Erwartung wird Entfremdung und aus Aufbruch wird Kontinuität, bis allein der Tod
die Verwerfungen in der Familienlandschaft ebnen kann.
19:30 Uhr, Studio
PeterLicht DIE GESCHICHTE MEINER EINSCHÄTZUNG AM ANFANG DES DRITTEN JAHRTAUSENDS
Mit: Gunnar Teuber. Leitung: Simon Solberg
Ein Mann, ein Sofa. Und alles ist gut. Eigentlich ist alles gut. Denn man kann sich die Welt ja zurechtlügen, bis einem der Kosmos um die Ohren knallt. Ein Eskalationsmonolog nach PeterLicht
20:45 Uhr, Parkplatz
Wolfgang Hilbig DAS PROVISORIUM
Mit: Andreas Leupold. Leitung: Dominic Friedel
1989: Der Schriftsteller C. fl ieht aus der Zumutung des Restsozialismus in die Zumutung des rheinischen Kapitalismus. Kein deutscher Boden gibt seinen Füßen Halt. C. stellt das Schreiben ein und beginnt zu trinken.
21:00 Uhr, Bühne
Eine Arbeit von Thomas Schmauser
21:15 Uhr, Kantine
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