23.09.2026 Literaturtipp:"Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck
Ein Haus an einem märkischen See: Schauplatz für fünfzehn Lebensläufe, Geschichten, Schicksale, von den Zwanzigerjahren bis heute. Seine Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende. Jedem einzelnen Schicksal gibt Jenny Erpenbeck eine eigene literarische Form, jedes entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik. Ein Panorama des letzten Jahrhunderts von beeindruckender Wucht.
Mittlerweile hat das Buch es zum Abiturthema und im Jahre 2026 auf die Bühne des Deutschen Theater sowie die Kinoleinwand in der Verfilmung von Volker Schlöndorff gebracht.
17.09.2026 Land Berlin und Commerz Real unterzeichnen Absichtserklärung für ZLB-Standort am Alexanderplatz
Das Land Berlin und die Commerz Real haben eine gemeinsame Absichtserklärung zur möglichen Zusammenführung der beiden Standorte der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) am Alexanderplatz unterzeichnet. Damit erhalten beide Seiten ausreichend Zeit für die weiteren Verhandlungen über die für die ZLB vorgesehenen Flächen im Bestandsgebäude Alexanderplatz 9.
In der Erklärung bekennen sich beide Partner grundsätzlich zu einem Nutzungskonzept, das eine Antwort auf die kulturpolitische Herausforderung bietet, nach vielen Jahren eine zukunftsfähige, infrastrukturelle Lösung für die ZLB zu schaffen. Stadtentwicklungspolitisch wären durch die Ansiedlung zudem positive Effekte auf die Entwicklung des Berliner Stadtzentrums und seiner nachhaltigen Belebung zu erwarten.
Die bisherigen Planungen sehen für die ZLB rund 42.680 Quadratmeter Nettoraumfläche vor. Das Raum-, Funktions- und Ausstattungsprogramm mit rund 28.133 Quadratmetern Nutzungsfläche ist grundsätzlich kulturfachlich abgestimmt. Der aktuelle Planungsstand zeigt, dass die Anforderungen an eine moderne Metropolenbibliothek am Standort erfüllt werden können. Das Konzept sieht eine facettenreiche Nutzung aus Bibliothek, Einzelhandel und Gastronomie vor. Rund 14.220 Quadratmeter des Bestandsgebäudes sollen weiterhin als Warenhaus mit Einzelhandel und Gastronomie genutzt werden.
25.08.2026 Kulturbrauerei langfristig gesichert – Land Berlin verlängert Mietvertrag für Kulturflächen um zehn Jahre
Der Fortbestand der kulturellen Nutzung auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg ist langfristig gesichert. Nach erfolgreichen Verhandlungen wird der Mietvertrag für die vom Land Berlin angemieteten Kulturflächen auf dem Areal um weitere zehn Jahre verlängert. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hat hierfür die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen.
Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur: „Mit der Zustimmung des Hauptausschusses können wir die kulturelle Zukunft der Kulturbrauerei langfristig sichern. Die Kulturbrauerei ist einer der vielfältigsten und lebendigsten Kulturorte Berlins. Der Erhalt des bewährten Nutzungsmixes auf dem Gelände lag und liegt daher im besonderen kulturpolitischen Interesse des Landes Berlin. Dass es gelungen ist, für die Kulturflächen einen langfristigen Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer zusätzlichen Verlängerungsoption auszuhandeln, ist ein großer Erfolg. Das Ergebnis gewährleistet die so wichtige Planungssicherheit für unsere auf dem Gelände ansässigen Zuwendungsempfänger Consense GmbH, Theater RambaZamba und Haus für Poesie. Darüber hinaus schaffen wir eine verlässliche Basis für die weiteren ansässigen Kulturakteure, die Flächen des Landes Berlin mieten und sichern dadurch die kulturelle Strahlkraft des Standorts für viele Jahre.“
22.08.2026 Filmtipp "Hiddensee"
Hiddensee, eine Insel voller Sehnsucht und Freiheit, spiegelt die gesellschaftlichen Umbrüche wider, die sich in ganz Deutschland abspielten. Der Dokumentarfilm zeichnet ein Jahrhundertgeschichte nach, beginnend in den goldenen 1920ern, als die Berliner Avantgarde die Insel als Rückzugsort wählte. Im Kontrast zur friedlichen Idylle der Insel beleuchtet der Film die nachhaltigen Schäden, die der Nationalsozialismus dem geistigen Leben in Deutschland zufügte.
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22.08.2026 Filmtipp "Spaziergang nach Syrakus"
Einmal nach Syrakus und zurück – davon träumt Paul Gompitz (Charly Hübner). Mit einer Reise nach Sizilien will er auf den Spuren des Dichters Johann Gottlieb Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR. Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Eine Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine Studienreise? Alles wird abgelehnt! Was bleibt ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht planen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne (Lina Beckmann). Paul ersinnt einen verwegenen Plan …
Regisseur Lars Jessen („Mittagsstunde“) erzählt in »Spaziergang nach Syrakus« von unstillbarer Sehnsucht und großem Mut, von tiefer Liebe und inniger Loyalität – und vom Wunsch, die Welt zu sehen, ohne die Heimat zu verlieren. Der Film entstand nach Motiven des Romans »Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus« von Friedrich Christian Delius, der wiederum auf der realen Flucht von Klaus Müller beruht. Mit feinem Humor und großen Emotionen blickt der Film auf deutsche Geschichte – und verhandelt dabei erstaunlich gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Zugehörigkeit sowie die Frage, wie weit man gehen kann, ohne den anderen zu verlieren.
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